Bernays Pitch

Er hat nie eine Wahl gewonnen.

Nie ein Gesetz geschrieben.

Nie eine Armee befehligt.

Und doch entscheidet er bis heute, was du willst.

Edward Bernays

Der einflussreichste Mann des 20. Jahrhunderts, den keiner kennt.

Das Magazin LIFE zählt ihn zu den 100 einflussreichsten Amerikanern des Jahrhunderts.

Ein Hochstaplerfilm über den Erfinder der PR

Ein Dokumentarfilm · Pitch · 2026

Bernays

Der Mann, der die öffentliche Meinung erfand.

Er verkaufte keine Produkte. Er verkaufte Gründe, und ein ganzes Jahrhundert kaufte mit.

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Akt I · Der Neffe

Wien, 1891.

Sie kennen Sigmund Freud? Auch wegen ihm.

Für Edward Bernays ist Freud einfach Onkel „Siggy“, und das gleich doppelt: Seine Mutter ist Freuds Schwester, sein Vater der Bruder von Freuds Frau. 1920 bringt er Onkel Siggys Vorlesungen in den USA heraus, vermarktet ihn wie ein Produkt und schickt die Tantiemen nach Wien.

Freud erobert AmerikaHerausgebracht vom Neffen · 1920 · Tantiemen nach Wien
Name
Bernays, Edward L.
Geboren
22.11.1891, Wien
Onkel
Sigmund Freud (2×)
Ab 1892
New York
Beruf
„Counsel on Public Relations“
Einreise · New York · 1892

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Full Circle

Bernays vermarktet Freud nicht nur. Er benutzt ihn.

Freuds Lehre vom Unbewussten wird sein Werkzeug, um Massen zu lenken. Für die Fackeln der Freiheit fragt er A. A. Brill, Freuds ersten Übersetzer ins Englische, was Zigaretten für Frauen bedeuten.

Akt II · Ostersonntag, 31. März 1929 · Fifth Avenue

Fackeln der Freiheit

Wie verkauft man Zigaretten an Frauen? Man verkauft ihnen Freiheit.

Bernays schickt junge Frauen in die New Yorker Osterparade. Vor den bestellten Fotografen zünden sie Zigaretten an, als Zeichen der Emanzipation. Am nächsten Tag steht es in der New York Times. Dass Lucky-Strike-Hersteller American Tobacco dahintersteckt, steht nirgends.

Lucky Strike: 14 → 40 Mrd.Zigaretten pro Jahr · 1925 bis 1930 · Frauenanteil 5 % → 12 %

Akt II · Die Kampagnen

Frühstück. Seife. Licht.

Er verkauft nie das Produkt. Er verkauft den Grund, es zu wollen.

Bacon & Eggs gewinntBis heute: 70 % des US-Specks morgens

Wie verkauft man mehr Speck?

Speck & Eier

Man lässt Ärzte sprechen. Bernays fragt 5.000 Mediziner, ob ein kräftiges Frühstück gesünder sei. Die Schlagzeile am nächsten Tag: „4.500 Ärzte raten zu größerem Frühstück“.

+1 Mio. Stück Seife / JahrNur durch die Wettbewerbe · 31 Jahre lang

Wie bringt man Kinder zum Waschen?

Ivory-Seife

Gar nicht. Man lässt sie schnitzen. Landesweite Wettbewerbe machen Ivory zum Bastelmaterial, und aus der lästigen Pflicht wird ein Hobby.

140 Radiosender liveFür GE · getarnt als Feiertag

Wie wird eine Firma zum Feiertag?

Light’s Golden Jubilee

1929 feiert Amerika 50 Jahre Glühbirne. Edison, Ford, Präsident Hoover, Einstein per Funk. Das ganze Land knipst auf Kommando das Licht an. Dahinter steht General Electric.

Akt II · Das Handbuch

Propaganda1928

The conscious and intelligent manipulation of the organized habits and opinions of the masses is an important element in democratic society. Erster Satz des Buches · Die bewusste Lenkung der Massen als Bestandteil der Demokratie

Im Ersten Weltkrieg macht Bernays psychologische Kriegsführung für die US-Regierung. Danach klingt „Propaganda“ nach dem Feind. Also gibt er seinem Handwerk einen neuen Namen.

Public RelationsNeuer Name · alte Methode

Und dann kippt das Bild↻

Zwischenspiel · Die Methode

Neun Stufen
zum Konsens

Bernays verkauft nie direkt. Er baut eine Treppe: Aus einem Bedürfnis wird ein Symbol, aus dem Symbol ein Ereignis, aus dem Ereignis eine Gewohnheit.

01Bedürfnis
02Wunsch
03Symbol
04Ereignis
05Schlagzeile
06Gespräch
07Gewohnheit
08Norm
09Konsens

United Fruit Co. · Fracht

Akt III · Guatemala, 1954

Die Bananen­republik

Lasst uns ein Land für die Banane stürzen.

1952 verteilt Guatemalas demokratisch gewählter Präsident Jacobo Árbenz brachliegendes Land an Kleinbauern, darunter 40 % der Flächen des US-Bananenkonzerns United Fruit. Dessen PR-Mann Bernays verkauft Árbenz der amerikanischen Presse als kommunistische Gefahr vor der Haustür. Im Juni 1954 stürzt ihn ein CIA-Putsch. Wichtigste Quelle der US-Nachrichtenagenturen während des Putsches: Bernays.

Land zurück an United FruitDer Preis: 36 Jahre Bürgerkrieg · 1960 bis 1996
36 Jahre Bürgerkrieg? Bananenkrieg Krieg wegen Bananen Bananen!

Akt III · Berlin, 1933

Goebbels’ Bücher­regal

Bernays ist Jude. Sein Buch dient Goebbels als Vorlage.

1933 erfährt er von einem Auslandskorrespondenten, dass Hitlers Propagandaminister Joseph Goebbels Crystallizing Public Opinion von 1923 benutzt, als Grundlage für seine Kampagne gegen die Juden Deutschlands. So schreibt es Bernays selbst in seiner Autobiografie.

Die Methode gehört dem, der sie anwendet. Diese Frage lässt den Film nicht los.

Benutzt von J. GoebbelsCrystallizing Public Opinion · 1923

Akt IV · Heute

Wir leben in seiner Welt.

Expertenstudie. Inszeniertes Ereignis. Promi-Empfehlung. Alles Bernays.

Er macht vor hundert Jahren zur Methode, was heute jede Kampagne tut. 1947 nennt er sie The Engineering of Consent, die Herstellung von Zustimmung. Er stirbt 1995 mit 103 Jahren, kurz bevor das Internet seine Werkzeuge in jede Hosentasche legt.

Unser Ansatz

Der BBC-Filmemacher Adam Curtis hat 2002 in The Century of the Self die Ideengeschichte erzählt. Wir erzählen die Coups: jede Kampagne als Heist mit Auftrag, Plan, Inszenierung und Beute.

Teil II · Die Umsetzung

So sieht
der Film aus.

Wir sind durch die Geschichte gefallen. Jetzt fallen wir durch die Gestaltung.

Realfilm

Nachgestellt wie ein Coup.

Die Schlüsselmomente spielen wir mit Darstellern nach: die Osterparade 1929, die Pressetermine, die Bernays bis ins Detail plante, die Gespräche mit seinen Kunden. Gedreht in satten Farben und im Breitbild, mit der Eleganz eines Gaunerfilms der Sechziger.

Animation

Im Playboy-Stil der Sechziger.

So nennen wir den Look der Magazin-Illustration um 1960: flache Farbflächen, eine sichere Tuschelinie, elegante Figuren mit Hut und Cocktailglas. Cut-out-Animation verbindet die Nachstellungen und erklärt die Mechanik jeder Kampagne.

Hybrid

Realfilm trifft Zeichnung.

Darsteller laufen durch gezeichnete Kulissen. Archivfotos werden zu ausgeschnittenen Figuren und setzen sich in Bewegung. Der Übergang ist kein Effekt, sondern die Erzählhaltung: Hier wird inszeniert, und der Film zeigt es.

Typografie

Buchstaben fallen, stempeln und kippen.

Jede Kampagne bekommt einen Titel, der selbst zur Inszenierung wird. Eine handgeschnittene Display-Schrift, die Schreibmaschine der Akten und eine Antiqua fürs Erzählen. Mehr nicht.

Tippe einen Buchstaben an

Farbe

Sechs Töne. Keiner mehr.

Senf, Petrol, Tomate, Himmel, Papier und Tinte tragen den ganzen Film, im Realfilm über Ausstattung und Kostüm, in der Animation als reine Fläche.

Tippe eine Farbe an

Leitmotiv

Der Ball stößt alles an.

Wie auf dieser Seite führt ein springender Ball durch den Film. Er legt Schalter um, kippt Bilder, rollt Treppen hinunter und eröffnet jedes Kapitel. Ein roter Faden, der springt.

Archiv

Jedes Dokument eine Akte.

Zeitungsseiten, Briefe und Fotos erscheinen als Beweisstücke: nummeriert, gestempelt, abgeheftet. Das Archiv belegt, die Nachstellung zeigt, die Animation erklärt.

Eckdaten

Der Film.

Umsetzung
Realfilm-Nachstellungen mit Darstellern, verbunden durch Animation im 60er-Jahre-Playboy-Stil, belegt durch Archivmaterial.
Format
Kinodokumentarfilm, ca. 90 Min. Alternativ Serie, 3 × 45 Min.
Erzählweise
Ein Hochstaplerfilm in Akten. Jede Kampagne ein Coup.
Regie / Produktion
Arne Palluck · Polina Allerborn

Kontakt

info@garlicvfx.com
0179 1367132
Ende der Akte
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